Luftkrieg zwischen Moskau und Kiew
Die Logistikzentren des Online-Händlers Wildberries sind abgebrannt – nun nimmt Kiew den Konkurrenten Ozon ins Visier und greift ein Lager nach dem anderen an. Wegen der ukrainischen Luftkampagne werden auf der Krim derweil die Waren knapp, während die Treibstoffkrise in Russland anhält. Und Moskau? Attackiert im Gegenzug immer wieder Zivilist*innen.
Darum geht’s
- Seit dem 22. August attackieren ukrainische Drohnen Lager des Online-Händlers Ozon – und zerstören auf dem Weg weitere Ziele.
- Weiterhin stehen Raffinerien auf der Abschussliste und auch der Nachschub zur Krim bleibt Kiews Ziel: Auf der Krim werden Waren knapp. während in Russland auch Boote für Sprit Schlange stehen.
- Moskaus Drohnen nehmen immer wieder Zivilist*innen ins Visier, wie drei traurige Beispiele veranschaulichen.
Der russische Online-Händler Wildberries ist durch ukrainische Angriffe schwer getroffen worden. Nun knöpfen sich Kiews Kräfte den Konkurrenten Ozon vor.
Ozon löst Wildberries ab
Den Auftakt machen sie am 22. August im Oblast Samara: Das 135’000 Quadratmeter grosse Lager in der Stadt Tschapajewsk, die rund 760 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ist, wird von Drohnen in Brand gesteckt…
… und offenbar weitgehend zerstört.
Satellite imagery confirms the scale of destruction at the Ozon logistics warehouse in Chapayevsk, Russia’s Samara region, following the Ukrainian strike on August 22. More than half of the facility burned to the ground. The site was the first Ozon logistics hub struck by Ukrainian forces. #Ukraine
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 23. August 2026 um 12:34
Am 23. August wird das mit 200’000 Quadratmetern grösste Logistikzentrum von Ozon in Orenburg in mehr als 1000 Kilometer Entfernung von der Ukraine ins Visier genommen.
Am 24. August ist das Lager in Enem an der Reihe, das 180 Kilometer östlich der Kertschbrücke bei Krasnodar liegt.
Am gleichen Tag wird auch das Ozon-Logistikzentrum in Tjube in der Republik Dagestan im Nordkaukasus in Brand gesteckt – siehe Video ganz oben. Satellitenbilder zeigen im Anschluss an die Attacken schwere Schäden in Enem und Tyube.
Satellite images of the Ozon logistics warehouses in Dagestan and Adygea show both facilities effectively destroyed after Ukrainian drone strikes. Extensive fire damage is visible across both sites, which now appear beyond recovery and likely to burn out completely. #Ukraine
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 24. August 2026 um 16:07
Und ebenfalls am 24. August brennt das Ozon-Lager in Newinnomyssk im Oblast Stawropol, das 420 Kilometer östlich der Kertschbrücke verortet ist.

Schon wird – analog zu Wildberries – eine Bingo-Karte von Ozon-Lagern erstellt, die getroffen werden:
Die jüngste Attacke ist darauf noch nicht verzeichnet: In der Nacht auf den 26. August wird das Ozon-Logistikzentrum in Kotwosk im Oblast Tambow in Brand gesteckt. Die Stadt ist 350 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Es bleibt nicht bei Ozon-Lagern
Bei derlei Attacken beschränken sich Kiews Streitkräfte natürlich nicht auf die Ozon-Zentren. Auf dem unten stehenden Bild ist ganz im Nordosten das Lager von Tjube in Dagestan eingezeichnet. Östlich davon folgen Newinnomyssk und Enem:
In diesen Angriffsvektoren werden weitere Ziele angegriffen, berichtet der pro-ukrainische Kanal Reporting from Ukraine unter Verweis auf Robert «Magyar» Brovdi, den Kommandeur von Kiews Drohneneinheit Magyars Birds, dessen Konterfei oben links im Bild zu sehen ist.
Weitere Ziele der ukrainischen Luftangriffe neben den Ozon-Lagern.
Reporting from Ukraine
Was sonst noch attackiert worden ist, zeigt Magyar’s Birds alias 414. Brigade selbst in einem knapp fünfminütigen Video, das am 24. August auf X online gestellt wird. Darunter ist eine Chemiefabrik in Kamensk-Schachtinski, die quasi auf dem Weg liegt: Das Kamensky-Kombinat war erst vor Kurzem angegriffen worden und brennt nun schon wieder.
Die Drohnen statten dem Militärflugplatz Millerowo einen Besuch ab und zerstören eine Mig-29 am Boden. Diverse Radaranlagen werden zudem Opfer des ukrainischen Angriffs:
Special Independence Day “fireworks” for the enemy from the 1st Special Center of the SBS! 🔱🛩🔥We continue to incinerate Russian aviation and air defense systems:💥 MiG-29 fighter jet – Millerovo airfield, Rostov region.💥 Kasta-2E2 Radar – Geraskin, Rostov region.
— Ukraine News (@ukrainee.bsky.social) 25. August 2026 um 21:46
Kiews Luftkampagne hält an
Neben diesen Schlägen, die die russische Wirtschaft, Logistik und Luftabwehr dezimieren, fährt Kiew mit seiner Kampagne fort, die weiterhin den russischen Nachschub für die Krim ins Visier nimmt, der entweder über die Autobahn R-280 führt, …
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… oder mit Fähren über das Asowsche Meer verschifft werden.
Die Lastwagenfahrer haben manchmal auch Glück: Hier ist eine Hornet-Drohne aus US-Produktion zu sehen, die nicht explodiert ist, als sie das Fahrzeug auf seinem Weg zur Krim getroffen hat.
Dennoch: Dass immer weniger Waren durchkommen, macht sich auf der Krim inzwischen deutlich bemerkbar, wie leere Regale in den Supermärkten belegen:
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Auch die Angriffe auf Russlands Ölindustrie halten an: Neu brennt die Raffinerie in Kstowo im Oblast Nischni Nowgorod, die rund 770 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt ist:
In Russlands Fernem Osten brennt es ebenfalls – allerdings gab es hier keinen Drohnenangriff. Eine Person wird angeblich getötet und 120 verletzt, als im Amur Gas Chemical Complex bei Swobodny im Oblast Amur ein Feuer ausbricht. Es ist unklar, ob Sabotage oder Unachtsamkeit daran schuld ist.
Das alles befeuert Russlands offensichtliche Treibstoffkrise: Nicht nur Auto-Lenkerinnen und -Lenker müssen deshalb vor Tankstellen Schlange stehen. Auch die Besitzerinnen und Besitzer von Motorbooten sind aufgeschmissen und müssen anstehen:
Russians are facing gasoline shortages on the water as well. Dozens of motorboats and vessels have queued up at a floating gas station in Yakutsk. Due to fuel shortages, strict restrictions are in place: a limit of no more than 30 liters per boat, with a total ban on filling canisters.
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 25. August 2026 um 23:44
Dieser russische Bauer warnt vor einer möglichen Hungersnot, weil ihm einerseits Treibstoff für seine Maschinen fehlt und andererseits der Getreideexport unterbrochen ist, nachdem die Ukraine den Hafen von Noworossijsk attackiert hat:
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Was Russland macht
Natürlich fliegt auch Russland Luftangriffe, nimmt dabei aber auch immer wieder zivile Ziele unter Beschuss. Die Drohnen-Attacke auf eine Filiale der Bauhauskette Epicentr K in Odessa am 24. August lässt sich ja mit viel Fantasie noch als legitim erklären.

While Ukraine has shifted its logistics campaign toward Ozon, Russia is striking Epicentr hypermarkets. A large fire erupted at an Epicentr in Odesa as the city came under attack by Russian jet-powered drones from early morning. Local media published footage of the blaze. #Ukraine
— NOELREPORTS (@noelreports.com) 24. August 2026 um 07:52
Aber nicht diese Szene, die sich in Donezk abspielt: Eine russische Kamikaze-Drohne wartet am Boden auf einem Feldweg auf ein Opfer. Ein Velofahrer kommt heran und stoppt, als die Drohne aufsteigt. Der Mann weicht auf seinem Fahrrad langsam zurück, die Drohne fliegt auf ihn zu.
Sie tötet die Person, die ganz offensichtlich ein Zivilist ist. Online brüsten sich die russischen Soldaten noch mit der Aktion, bevor das Video, das ein Kriegsverbrechen dokumentiert, gelöscht wird. Eine andere sinnlose Drohnen-Attacke gilt einem Passagierzug auf seinem Weg nach Charkiw.
Erwähnt werden soll in diesem Zusammenhang auch noch ein russischer Angriff auf ein Einkaufzentrum in Krywyj Rih am 21. August mit Jetdrohnen. Dabei wird ein Doppelschlag ausgeführt: Eine zweite Welle rollt herein, nachdem Ersthelfer und Rettungskräfte vor Ort sind.
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16 Menschen sterben, rund 120 werden verletzt. Am 24. August verbleiben noch 49 Personen im Spital, von denen laut dem Newsportal Ukrajinska Prawda 13 Kinder sind. 15 Opfer schweben weiterhin in Lebensgefahr.
ISW says Russia deployed six North Korean KN-30 missile launchers near Ukraine’s border, enough for up to 120 launches. From Voronezh region they could reach Kyiv plus Sumy, Kharkiv, Chernihiv, Poltava, Dnipropetrovsk and Zaporizhzhia regions.understandingwar.org/research/rus…
— WarTranslated (Dmitri) (@wartranslated.bsky.social) 21. August 2026 um 09:46
Die Ukraine bleibt darüber hinaus anfällig für Angriffe mit ballistischen Raketen, die wegen des Mangels an Patriot-Raketen nicht abgefangen werden können. Die Gefahr wird durch Nachschub nordkoreanischer Abschussrampen für ballistische Raketen noch verstärkt. Ein kleiner Lichtblick: Von den Verbündeten soll Kiew nun doch noch einige Patriots erhalten haben, was aber nicht ausreiche, wie Wolodymyr Selenskyj betont.
Drohnen durchbrechen Putins Abwehr – dann steht Russlands grösstes Logistiklager in Flammen
Hunderte ukrainische Drohnen nehmen am 16. August Kurs auf die Region Moskau. Trotz russischer Luftabwehr kommen einige durch – und treffen das riesige Wildberries-Logistikzentrum. Stundenlang kämpfen Einsatzkräfte gegen die Flammen.
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