Tod mit nur 36 Jahren
Hayden Panettiere stand schon als Kleinkind vor der Kamera und wurde durch ihre Rollen in «Heroes» und «Nashville» zum Hollywood-Star. Doch hinter ihrem Erfolg kämpfte sie mit Depressionen, Sucht und schweren Schicksalsschlägen.
Darum geht’s
- Hayden Panettiere begann ihre Karriere als Kinderstar und wurde mit «Heroes» und «Nashville» international bekannt.
- Die Schauspielerin sprach offen über Depressionen, Sucht und die schwierigen Folgen ihres frühen Ruhms.
- Auch persönliche Schicksalsschläge wie der Tod ihres Bruders und die Trennung von ihrer Tochter prägten ihr Leben.
Die US-Schauspielerin Hayden Panettiere ist wenige Tage vor ihrem 37. Geburtstag gestorben. Die Todesursache ist bisher nicht bekannt. Panettiere stand schon vor der Kamera, bevor sie ihren ersten Geburtstag feierte. Sie war eine gefragte Darstellerin, kämpfte aber auch jahrelang mit Depressionen, Sucht und musste weitere Tiefschläge verkraften.
Elf Monaten alt war Hayden Panettiere, als sie ihren ersten Werbespot für einen Spielzeug-Zug drehte. Dutzende weitere Auftritte in Werbefilmen folgten. Mit vier Jahren hatte sie in der Soap «One Life to Live» ihre erste TV-Rolle. Rund vier Jahre spielte sie dort mit. Parallel übernahm sie weitere Nebenrollen in Serien. Bekannter wurde sie mit 13 Jahren, als sie in der letzten Staffel der Anwaltsserie «Ally McBeal» mitspielte.
Später kritisierte sie in einem Interview mit dem Branchenmagazin «The Hollywood Reporter» den frühen Druck, der unter anderem von ihrer Mutter aus kam. Sie hatte die Karriere ihrer Tochter von Anfang an gemanagt. «Ich war wie eine kleine Soldatin – das war ich schon immer. ‹Nein› war nie eine Option. Es hiess einfach nur: ‹Hier sind deine Szenen, hier ist dein Text – lern ihn auswendig, geh an die richtige Position, tu, was der Regisseur sagt.› Ich habe meine Marschbefehle befolgt.»
Hayden Panettiere als 12-Jährige auf dem Roten Teppich zum Film «Joe Somebody».
AP
Im Podcast «On Purpose with Jay Shetty» sprach sie im Mai über die Beziehung zu ihrer Mutter, die früher selbst in Seifenopern mitgespielt hatte. «Alles drehte sich nur noch ums Geschäft», erzählte die Schauspielerin im Podcast. «Ich wurde zur Vertrauten, zur Assistentin, zur Therapeutin, zur Schulter zum Ausweinen und zu allem anderen – nur nicht zu ihrem Kind.»
Im Alter von 19 Jahren beendete Hayden Panettiere die Zusammenarbeit mit ihr. «Ich möchte einfach nur, dass du meine Mutter bist», habe sie ihr damals gesagt. Darauf habe ihre Mutter geantwortet: «Du schuldest mir etwas.» «Das war alles, was sie sagte. Und dann ging sie einfach», erzählte Hayden Panettiere. «Die Tatsache, dass sie kein Interesse an einer Beziehung mit mir hatte, war schwer zu verkraften.»
Den grossen Durchbruch feierte Hayden Panettiere mit 16 Jahren, als sie die Superhelden-Cheerleaderin Claire Bennet in der Mysterie-Serie «Heroes» (2006 bis 2010) spielte. Bekannt ist sie auch für ihre Rolle als aufstrebende Country-Sängerin Juliette Barnes in der Musical-Serie «Nashville» (2012 bis 2018). Für ihre Performance in «Nashville» wurde sie für zwei Golden Globes nominiert.
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Ausserdem spielte sie in Filmen wie der Horror-Reihe «Scream» mit, arbeitete als Synchronsprecherin, Werbegesicht und nahm mehrere Songs auf. Darunter auch für die Serie «Nashville». Mitte der 2000er galt sie als It-Girl.
Bekannt war sie auch für ihre Beziehung zum 13 Jahre älteren ukrainischen Boxer Wladimir Klitschko. Die beiden waren von 2010 bis 2011 und von 2013 bis 2018 ein Paar. Sie waren verlobt und haben eine gemeinsame Tochter, die 2014 geboren wurde.
Im Mai veröffentlichte Hayden Panettiere ihre Autobiografie «This Is Me – A Reckoning» (auf Deutsch: «Das bin ich – eine Abrechnung»), in der sie offen über die Schattenseiten des Lebens im Rampenlicht schrieb.
Viel Platz räumte sie darin der postnatalen Depression nach der Geburt ihrer Tochter und ihrer Alkohol- und Schlafmittelsucht ein. «Das Problem war nicht, was in meinem Leben falsch lief und was nicht. Das Problem war, dass ich alles hatte, was ich mir jemals gewünscht hatte – einen tollen Job, ein Baby, Freunde, einen Verlobten – und dennoch war ich immer noch unglücklich», schrieb sie in ihrem Buch.
Hayden Panettiere und Wladimir Klitschko 2010 an einer Veranstaltung in München.
DPA
Sie verknüpfte ihre Probleme als Erwachsene auch mit ihren Erfahrungen als Kinderstar, der im Rampenlicht aufgewachsen war. «Als Kinderdarstellerin lobten mich Regisseure, Fans und meine Mutter ununterbrochen für meine übertrieben dramatischen Reaktionen. Unbewusst begann ich, Katastrophen mit Bewunderung in Verbindung zu bringen», schrieb sie. «Ich habe mich oft gefragt, ob ich mir meine Traumata – ungewollt – selbst zugefügt habe, weil ich darauf programmiert bin zu glauben, dass sie gut für mich sind.»
Sie liess sich mehrfach in Kliniken behandeln. Und verlor dadurch einen grossen Werbedeal mit einer Hautpflegemarke – weil sie mit der Öffentlichmachung ihrer postnatalen Depression anscheinend die «Moral-Klausel» in ihrem Vertrag gebrochen habe. Die branchenübliche Klausel soll es einer Marke erlauben, sich von einer Person zu trennen, deren öffentliches Verhalten dem Image schadet.
Als schmerzhaftestes Kapitel beschreibt sie jedoch den Verzicht auf das Sorgerecht ihrer Tochter nach der Trennung von Wladimir Klitschko 2018. Ihre Depression und ihre Sucht hätten es ihr nicht möglich gemacht, angemessen für ihr Kind zu sorgen, sagte sie. Sie blieb aber im Kontakt zu ihrer heute 12-jährigen Tochter und hatte auch ein gutes Verhältnis zu ihrem Ex-Partner.
Hayden Panettiere 2011 mit ihrem fünf Jahre jüngeren Bruder Jansen Panettiere.
www.imago-images.de
Ein weiterer Schlag folgte 2023, kurz vor der Premiere ihres Films «Scream 6»: Ihr jüngerer Bruder Jansen Panettiere starb überraschend an den Folgen eines vergrössterten Herzens. In ihrer Autobiografie beschrieb Hayden Panettiere den Tod ihres Bruders als «den grössten Herzschmerz meines Lebens – immer da, im tiefsten Inneren meines Wesens». Im «On Purpose with Jay Shetty»-Podcast erzählt sie: «Als ich von seinem Tod erfuhr, habe ich geschrien, dass ich nicht in einer Welt leben will, in der er nicht existiert.»
Trotzdem machte sie weiter. Im Mai sagte sie in einem Interview mit der Zeitung «The Times», dass sie sich vielleicht als Produzentin oder Regisseurin versuchen, eine Schmuck- oder Make-up-Linie entwerfen oder eine Lifestyle-Marke gründen wolle. Sie habe, so sagte sie, eine «ganze Liste von Ambitionen».
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