«Meteo»-Chef Thomas Bucheli sagt SRF Adieu – und erinnert sich an die schlimmste Fehlprognose


Letzte «Meteo»-Sendung am Mittwoch

Nach über drei Jahrzehnten beim SRF steht Thomas Bucheli am Mittwoch ein letztes Mal vor der «Meteo»-Kamera.

SRF/Oscar Alessio

Nach über drei Jahrzehnten bei SRF präsentiert Thomas Bucheli am Mittwoch zum letzten Mal «Meteo». Vor zehn Monaten bereitete ihm die Pensionierung noch Sorgen – heute blickt der 65-Jährige gelassen nach vorn und hat bereits einen neuen Job.

Bruno Bötschi

Darum geht’s

  • Thomas Bucheli präsentiert am Mittwoch nach 34 Jahren zum letzten Mal «Meteo» bei SRF.
  • Der 65-Jährige spricht im «Blick» über seinen Abschied, seine schlimmste Fehlprognose und das Loslassen.
  • Ganz hört der Metrologe aber nicht auf: Auf ihn wartet bereits eine neue Aufgabe bei der Fluggesellschaft Swiss.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Nach über drei Jahrzehnten beim SRF ist Schluss: Am kommenden Mittwoch, 26. August, 19.55 Uhr, steht Thomas Bucheli ein letztes Mal vor der «Meteo»-Kamera.

Nach 34 Jahren beim Schweizer Fernsehen und 31 Jahren als Leiter der Wetterredaktion verabschiedet sich eines der bekanntesten Gesichter von SRF.

Ein Abschied, der Bucheli lange beschäftigt hat. Als blue News im Oktober 2025 mit ihm über seine Pensionierung sprach, zeigte sich der Meteorologe zwar überzeugt davon, dass der Generationenwechsel richtig sei.

«Es ergibt Sinn, dass die SRF-Zukunft von Jüngeren geplant wird», sagte er damals.

Gleichzeitig räumte Bucheli ein, dass ihm der Gedanke an das Ende seiner langen Fernsehkarriere durchaus Respekt mache: «Ich bin seit über 30 Jahren beim Fernsehen und plötzlich soll alles vorbei sein – diese Vorstellung ist schon etwas erschreckend.»

Die letzten Monate waren wie eine «Therapie»

Knapp zehn Monate später scheint sich daran etwas Entscheidendes verändert zu haben. Im Gespräch mit dem «Blick» wirkt Thomas Bucheli kurz vor seinem letzten Arbeitstag versöhnt mit seinem Abschied.

Eigentlich hätte er bereits Ende Mai pensioniert werden sollen. SRF verlängerte seinen Einsatz jedoch noch um drei Monate. Grund dafür waren personelle Veränderungen im «Meteo»-Team:

Da neue Meteorologinnen und Meteorologen bei der Sendung anfangen werden, hilft Bucheli während der Sommermonate aus.

Thomas Bucheli begrüsst es, dass mit Gaudenz Flury (Bild) ein jüngerer Meteorologe die Leitung von SRF Meteo übernimmt.

Thomas Bucheli begrüsst es, dass mit Gaudenz Flury (Bild) ein jüngerer Meteorologe die Leitung von SRF Meteo übernimmt.

SRF

Rückblickend bezeichnet Bucheli diese zusätzliche Zeit als eine Art «Therapie». Sie habe ihm geholfen, sich Schritt für Schritt von seinem bisherigen Berufsleben zu lösen.

Auch den Generationenwechsel betrachtet er weiterhin nüchtern. Irgendwann komme der Punkt, an dem man selbstkritisch erkennen müsse, dass sich die Welt weiterentwickelt. Gerade bei Social Media sei er selbst nicht mehr besonders bewandert.

Dass mit Gaudenz Flury ein jüngerer Meteorologe die Leitung von SRF Meteo übernimmt, begrüsst Bucheli deshalb.

Ausgerechnet die Swiss klopft bei Bucheli an

Vor zehn Monaten war noch weitgehend offen, womit Thomas Bucheli seine neu gewonnene Zeit füllen würde. Gegenüber blue News sagte er damals, er wolle unter anderem mehr Zeit mit seiner Frau verbringen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen.

Inzwischen ist klar: Ganz ohne Wetter wird es bei ihm auch nach SRF nicht gehen.

Bucheli will weiterhin als Wetterexperte für Reiseanbieter tätig sein. Und es wartet eine neue Aufgabe auf ihn, die überraschend gut zu seiner persönlichen Geschichte passt.

Die Fluggesellschaft Swiss hat ihn angefragt, künftig in Teilzeit Wetterkunde in der Pilotenausbildung zu unterrichten.

Damit schliesst sich für den Meteorologen ein Kreis. Denn bevor das Wetter zu seinem Beruf wurde, träumte Bucheli selbst vom Fliegen. Als Jugendlicher wollte er Pilot werden und absolvierte mit 17 Jahren die fliegerische Vorschulung.

Bucheli und die Schattenseiten der Bekanntheit

Kurz vor seinem Abschied blickt Thomas Bucheli aber nicht nur nach vorne. Im «Blick»-Interview zieht er auch eine bemerkenswert selbstkritische Bilanz seiner Zeit als TV-Persönlichkeit.

Zu Beginn seiner Fernsehkarriere habe es ihm geschmeichelt, plötzlich in Magazinen aufzutauchen. Eine Zeit lang sei er diesem Gefühl sogar etwas «verfallen». Dabei habe er auch sein Familienleben stärker öffentlich gemacht, als ihm später lieb gewesen sei.

Die Swiss hat Thomas Bucheli angefragt, künftig in Teilzeit Wetterkunde in der Pilotenausbildung zu unterrichten.

Die Swiss hat Thomas Bucheli angefragt, künftig in Teilzeit Wetterkunde in der Pilotenausbildung zu unterrichten.

SRF

Irgendwann habe er für sich entschieden, wieder stärker das in den Mittelpunkt zu stellen, was er eigentlich sein wollte: Meteorologe.

Auch mit Kritik musste Bucheli während seiner langen Karriere umgehen lernen. Konstruktive Rückmeldungen nehme er ernst, anonyme Angriffe hingegen nicht mehr. Besonders Mühe bereitet ihm pauschales Bashing gegen SRF und die SRG.

Diese Fehlprognose wird Bucheli nie vergessen

Dass auch ein erfahrener Meteorologe danebenliegen kann, erlebte Thomas Bucheli besonders drastisch am 26. Dezember 1999.

Sturm Lothar fegte damals mit enormer Wucht über die Schweiz und richtete schwere Schäden an. SRF Meteo hatte das Ausmass des Sturms nicht vorausgesehen.

Für Bucheli wurde Lothar zur wohl prägendsten Fehlprognose seiner Karriere. Eigentlich wollte er an jenem Tag seine Eltern besuchen. Als er am Morgen das Chaos bemerkte, fuhr er stattdessen direkt ins Büro.

Die Erfahrung blieb nicht ohne Folgen: Danach wurden auch Abläufe innerhalb der Wetterredaktion angepasst. Bucheli im «Blick»: «Immerhin entstanden daraus auch positive Dinge, so zum Beispiel der von der Gebäudeversicherung Bern mitlancierte Wetteralarm per SMS.»

Beim Klimawandel findet Bucheli klare Worte

Ein Thema wird Thomas Bucheli auch nach seinem SRF-Abschied nicht loslassen: der Klimawandel.

Die extreme Hitze dieses Sommers empfindet der Meteorologe nicht mehr als natürlich. Wer den menschengemachten Klimawandel anzweifle, müsse sich die langfristige Entwicklung der Temperaturen und die immer neuen Rekorde ansehen.

Für die Schweiz rechnet Bucheli künftig mit trockeneren Sommern und häufiger auftretenden heftigen Gewittern. Im Winter erwartet er mehr Niederschlag und eine weiter steigende Schneefallgrenze.

Dabei gehört ausgerechnet der langjährige «Meteo»-Chef selbst nicht zu den grossen Hitzefans. Tiefe Temperaturen und Nebel sind ihm lieber als Hochsommerhitze.


Mehr Videos aus dem Ressort

«Lässer» mit Gaudenz Flury

Auch wenn dunkle Wolken aufziehen: «SRF Meteo»-Moderator Gaudenz Flury bleibt gut gelaunt. Bei Claudia Lässer spricht über seine Faszination zur Natur und dem Wetter und verrät, woran seine Langlaufkarriere gescheitert ist.