Wie die Taliban Frauen aus dem Alltag drängen und damit das Land schwächen


Darum geht’s

  • Seit 2021 haben die Taliban Frauen immer weiter aus dem öffentlichen Leben gedrängt.
  • Heute verlässt mehr als die Hälfte der Afghaninnen ihr Zuhause höchstens zweimal im Monat.
  • Die Verbote belasten Familien, Gesundheitswesen und die fragile Wirtschaft.
  • Gleichzeitig kehren Millionen Menschen aus Iran und Pakistan nach Afghanistan zurück.
  • Die Entwicklung beeinflusst auch die Schweizer Asyl- und Rückführungspraxis.
Zusammenfassung erstellt mit

Im August 2021 geht alles sehr schnell. Innerhalb weniger Tage bringen die Taliban fast ganz Afghanistan unter ihre Kontrolle und ziehen am 15. August in Kabul ein.

Damit endet auch der fast 20 Jahre dauernde Versuch der USA und ihrer Verbündeten, die Taliban militärisch zurückzudrängen und in Afghanistan einen demokratischen Staat aufzubauen. Der chaotische Abzug westlicher Truppen und die verzweifelten Szenen am Flughafen von Kabul gehen um die Welt.

Afghanen versuchen im August 2021 am Flughafen von Kabul, sich an startende Flugzeuge zu klammern, um das Land zu verlassen.

Afghanen versuchen im August 2021 am Flughafen von Kabul, sich an startende Flugzeuge zu klammern, um das Land zu verlassen.

KEYSTONE

Nach ihrer Rückkehr an die Macht beginnen die Taliban, Staat und Gesellschaft nach ihrer Auslegung des islamischen Rechts umzugestalten. Besonders weitreichend sind die Folgen für Frauen und Mädchen.

Hälfte der Afghaninnen verlässt Haus kaum

Am 17. August 2021 traten die neuen Machthaber in Kabul vor die Kameras. Frauen dürften arbeiten und lernen, erklärten die Taliban damals. Ein Funktionär sagte damals auf Englisch, die Rechte der Frauen würden respektiert, allerdings innerhalb der Grenzen, welche die Taliban aus ihrer Interpretation des Islam ableiteten.

Fünf Jahre später lässt sich messen, was davon geblieben ist. Nach den jüngsten Erhebungen von UN Women verlässt mehr als die Hälfte der Afghaninnen das Haus höchstens zweimal pro Monat. 90 Prozent der Befragten geben an, vor dem Verlassen des Hauses die Erlaubnis eines männlichen Familienmitglieds zu benötigen. Sieben von zehn Frauen beschreiben ihre psychische Verfassung als schlecht oder sehr schlecht.

Ein Junge sitzt zwischen Taliban-Delegierten bei einer Veranstaltung in Kabul zum fünften Jahrestag des US-Abzugs und der erneuten Machtübernahme der Taliban.

Ein Junge sitzt zwischen Taliban-Delegierten bei einer Veranstaltung in Kabul zum fünften Jahrestag des US-Abzugs und der erneuten Machtübernahme der Taliban.

sda

Dennoch zeigt sich Afghanistan fünf Jahre nach der Machtübernahme in einigen Bereichen stabiler: Der jahrzehntelange Krieg ist weitgehend beendet, die staatliche Steuererhebung funktioniert besser und die Wirtschaft wächst wieder.

Auch das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM) hält fest, dass sich die allgemeine Sicherheitslage seit 2021 verbessert habe. Gleichzeitig habe sich die Menschenrechtslage insbesondere für Frauen weiter verschlechtert. Die Einschränkungen wurden über die Jahre schrittweise ausgeweitet:

2021 – Mädchen bleiben zu Hause

Nach der Machtübernahme zeigt sich schnell, wie wenig von den Versprechen der Taliban übrig bleibt. Als die weiterführenden Schulen im September 2021 wieder öffnen, dürfen Mädchen ab der siebten Klasse nicht in die Klassenzimmer zurückkehren. Viele Frauen im Staatsdienst werden angewiesen, vorerst zu Hause zu bleiben.

Seit September 2021 dürfen Mädchen ab der siebten Klasse in Afghanistan keine weiterführenden Schulen mehr besuchen. Afghanistan ist damit weltweit das einzige Land mit einem solchen Bildungs­verbot.

Seit September 2021 dürfen Mädchen ab der siebten Klasse in Afghanistan keine weiterführenden Schulen mehr besuchen. Afghanistan ist damit weltweit das einzige Land mit einem solchen Bildungs­verbot.

sda

2022 – Aus vorläufig wird dauerhaft

Im März 2022 folgt die nächste Enttäuschung: Die Taliban kündigen zunächst an, die weiterführenden Schulen auch für Mädchen wieder zu öffnen, machen die Entscheidung dann aber rückgängig. Im Laufe des Jahres verschärfen sie die Kleidungsvorschriften und schränken Reisen ohne einen männlichen Verwandten, einen sogenannten Mahram, ein. Die Vorgaben zur männlichen Begleitung erschweren Frauen zunehmend auch den Zugang zu Arbeit, medizinischer Versorgung und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Im November werden Frauen aus Parks, Fitnessstudios und öffentlichen Bädern ausgeschlossen. Im Dezember trifft es auch jene Frauen, die bereits studieren: Die Taliban schliessen die Universitäten für Studentinnen und beenden damit den Zugang von Frauen zur höheren Bildung vollständig. Wenige Tage später untersagen sie Afghaninnen die Arbeit für nationale und internationale Hilfsorganisationen.

Trotz grosser Gefahren demonstrieren Frauen immer wieder gegen die Einschränkungen. Gleichzeitig schwinden ihre Möglichkeiten, selbst Geld zu verdienen. Viele Familien geraten angesichts der schweren Wirtschaftskrise und der verbreiteten Armut zusätzlich unter Druck. Zugleich suchen weiterhin Hunderttausende Afghaninnen und Afghanen Zuflucht im benachbarten Pakistan.

2023 – Verbliebene Räume werden kleiner

Im April verbieten die Taliban afghanischen Frauen, für die Vereinten Nationen zu arbeiten. Im Sommer müssen landesweit auch die von Frauen geführten Kosmetikstudios schliessen. Damit verschwindet eine weitere Möglichkeit für Frauen, selbst Geld zu verdienen und sich ausserhalb ihres Zuhauses zu treffen.

Mädchen halten am Vorabend des fünften Jahrestags der Machtübernahme Taliban-Fahnen. Im ganzen Land inszenieren die Taliban den Tag mit offiziellen Feierlichkeiten.

Mädchen halten am Vorabend des fünften Jahrestags der Machtübernahme Taliban-Fahnen. Im ganzen Land inszenieren die Taliban den Tag mit offiziellen Feierlichkeiten.

Nava Jamshidi/AP/dpa

Im Herbst beginnt Pakistan mit der Umsetzung eines Plans zur Rückführung von Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere. Bis Ende 2023 kehren mehr als eine halbe Million Afghaninnen und Afghanen aus Pakistan nach Afghanistan zurück, viele aus Angst vor Festnahme oder Abschiebung.

2024 – Kontrolle wird Gesetz

Im August tritt das «Gesetz zur Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters» in Kraft. Es schreibt zahlreiche Kleidungs-, Bewegungs- und Verhaltensregeln fest und gibt der Sittenpolizei weitreichende Befugnisse. Auch die Stimme einer Frau in der Öffentlichkeit kann nach dem Gesetz als Verstoss gelten. Das Rezitieren des Korans, Singen und selbst lautes Reden können geahndet werden.

Im Dezember folgt der nächste folgenreiche Schritt: Frauen und Mädchen wird der Besuch medizinischer Ausbildungsstätten untersagt. Damit fallen unter anderem Ausbildungen in Pflege und Geburtshilfe weg.

2025 – Internationales Strafverfahren

Im Juli erlässt der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Taliban-Führer Haibatullah Akhundzada und den obersten Richter Abdul Hakim Haqqani. Die Richter sehen hinreichende Gründe für den Verdacht, dass die beiden für geschlechtsspezifische Verfolgung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich sind.

Die Einschränkungen für Frauen bleiben bestehen und werden weiter durchgesetzt. Im September ordnen die Behörden an, von Frauen verfasste Bücher aus den Lehrplänen der Universitäten zu entfernen. Auch zahlreiche Studienfächer, darunter solche zu Frauen, Menschenrechten und Geschlechterfragen, werden gestrichen.

2026 – Kontrolle reicht tiefer in Ehe und Familie

Neue Erlasse schwächen nach Einschätzung der Uno die Rechtsstellung von Frauen zusätzlich. Dekret Nr. 18 erschwert Frauen die gerichtliche Trennung von einem Ehemann erheblich, während Männer ihr einseitiges Scheidungsrecht behalten.

Ein weiterer Erlass löst im Februar scharfe Kritik des Uno-Hochkommissars für Menschenrechte aus. Nach dessen Einschätzung legitimiert er unter anderem Gewalt gegen Frauen und Kinder und weitet den Einsatz von Körper- und Todesstrafen aus. Insgesamt zählt UN Women inzwischen mehr als 100 Erlasse und Massnahmen, die gezielt die Rechte und Freiheiten von Frauen und Mädchen einschränken.

Letzte verbleibende Freiräume

Auf dem Papier entsteht das Bild eines Lebens, das beinahe vollständig auf die eigenen vier Wände beschränkt ist. In der Realität werden die Regeln je nach Provinz und lokalen Taliban unterschiedlich streng durchgesetzt. Mancherorts gibt es private Unterrichtsangebote, Onlinekurse oder Koranschulen, die zusätzlich Mathematik, Sprachen und andere reguläre Fächer vermitteln.

Auch SRF berichtet, dass Afghaninnen solche verbleibenden Schlupflöcher nutzen. Unesco unterstützt Gemeindeprogramme, mit denen seit 2021 mehr als 69’000 Menschen, vor allem Mädchen und Frauen, weiterlernen konnten.

Mädchen am ersten Schultag in Kabul im März 2023. Weiterführende Schulen bleiben für Mädchen auch im sechsten Jahr unter den Taliban geschlossen.

Mädchen am ersten Schultag in Kabul im März 2023. Weiterführende Schulen bleiben für Mädchen auch im sechsten Jahr unter den Taliban geschlossen.

KEYSTONE

An der Dimension des Ausschlusses ändert das wenig. Laut Unesco fehlen inzwischen rund 2,4 Millionen Mädchen in den weiterführenden Schulen. Noch 2021 besuchten fast eine Million Mädchen eine Sekundarschule. Afghanistan ist heute das einzige Land der Welt, das Mädchen und Frauen formal von weiterführender und höherer Bildung ausschliesst.

Was das im Alltag bedeutet, zeigt das vom «Spiegel» veröffentlichte Tagebuch einer heute 27-jährigen Afghanin aus Herat. Die angehende Juristin beschreibt, wie ihr erst der Weg in den Beruf, dann die Universität und schliesslich immer mehr Orte des normalen Lebens verschlossen werden. Am Ende ihrer fünfjährigen Aufzeichnungen schreibt sie: «Ich weiss nicht, wie viel kleiner ein Leben werden kann, bevor davon nichts mehr übrig ist.»

Der Ausschluss trifft das ganze Land

Die Taliban-Politik trifft nicht nur Frauen, die nicht mehr studieren oder arbeiten dürfen. Sie verändert die Funktionsweise der gesamten Volkswirtschaft. Laut UN Women sind nur sieben Prozent der Frauen erwerbstätig, gegenüber 84 Prozent der Männer.

Die Folgen reichen von fehlendem Familieneinkommen bis zum Mangel an Lehrerinnen, Ärztinnen und Pflegefachfrauen. Unesco schätzt, dass allein das Bildungsdefizit langfristig Einkommensverluste in Milliardenhöhe verursachen könnte.

Die wirtschaftliche Entwicklung Afghanistans bleibt damit widersprüchlich. Die Weltbank rechnet, dass die Wirtschaft 2025 real um 4,8 Prozent wuchs. Auch die Steuereinnahmen der Taliban stiegen.

Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung vor allem durch die massenhafte Rückkehr von Afghaninnen und Afghanen so stark, dass das Bruttoinlandprodukt pro Kopf um 5,6 Prozent sank. Das Wirtschaftswachstum schlägt sich damit nicht in einem höheren durchschnittlichen Lebensstandard nieder.

Afghanische Männer kritisieren Bildungsstopp

Besonders deutlich zeigen sich mögliche Folgen im Gesundheitswesen. Die Geschlechtertrennung der Taliban führt dazu, dass Frauen vielerorts von Frauen behandelt werden sollen. Gleichzeitig ist seit Dezember 2024 auch die Ausbildung künftiger Hebammen und Pflegefachfrauen blockiert.

Dass dies auch Männer beschäftigt, zeigt eine kleine qualitative Untersuchung des Afghanistan Analysts Network. Alle Befragten störten sich am Bildungsstopp für Mädchen. Sie berichteten von fehlendem Familieneinkommen, zusätzlichen Pflichten als Begleiter und der Sorge, dass künftig Ärztinnen für ihre Frauen und Töchter fehlen könnten.

Mit Plastiksäcken verhüllte Schaufensterpuppen in Kabul. Unter den Taliban müssen weibliche Gesichter auf Werbung und öffentlichen Darstellungen verdeckt werden.

Mit Plastiksäcken verhüllte Schaufensterpuppen in Kabul. Unter den Taliban müssen weibliche Gesichter auf Werbung und öffentlichen Darstellungen verdeckt werden.

KEYSTONE

Die Vorschriften übertragen auch männlichen Angehörigen zusätzliche Verantwortung für die Einhaltung der Regeln. Da Frauen für viele Wege einen Mahram benötigen und auch männliche Angehörige bei Verstössen unter Druck geraten können, halten manche Familien Frauen vorsorglich noch stärker zu Hause.

Befragte berichteten von mehr Spannungen in engen Wohnungen, wirtschaftlichem Druck und weniger Besuchen, Hochzeiten oder anderen sozialen Kontakten. Die Einschränkung der Frauen verändert auch den Alltag der Männer.

Millionen kehren zurück

Gleichzeitig erlebt Afghanistan eine gewaltige Rückkehrbewegung. Iran und Pakistan erhöhen den Druck auf Afghaninnen und Afghanen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Nach Angaben des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) sind seit 2023 mehr als sechs Millionen Menschen zurückgekehrt, rund 2,9 Millionen allein 2025.

UNDP und das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rechnen bis Ende 2026 mit weiteren 2,5 Millionen Rückkehrenden. 92 Prozent der jüngst Zurückgekehrten können ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht decken.

Afghanische Geflüchtete an der Grenze zum Iran im August 2021. Laut iranischem Roten Halbmond wurden sie am folgenden Tag nach Afghanistan zurückgeschickt.

Afghanische Geflüchtete an der Grenze zum Iran im August 2021. Laut iranischem Roten Halbmond wurden sie am folgenden Tag nach Afghanistan zurückgeschickt.

KEYSTONE

Die Rückkehrbewegung trifft Afghanistan in einer Phase stark sinkender internationaler Hilfe. Besonders schwer wiegen die massiven Kürzungen der US-Auslandshilfe seit 2025. Wegen fehlender Finanzierung mussten laut UNO allein 2025 mehr als 400 Gesundheitseinrichtungen schliessen.

Das Land stösst damit zunehmend an seine Versorgungsgrenzen. Laut Welternährungsprogramm (WFP) benötigen 17,4 Millionen Menschen dringend Nahrungsmittelhilfe, 3,7 Millionen Kinder dürften 2026 wegen akuter Mangelernährung eine Behandlung benötigen.

Die Krise hat viele Ursachen: Dürren und Naturkatastrophen, fehlende Investitionen, Grenzkonflikte, die Rückkehr von Millionen Menschen und sinkende internationale Hilfe. Die Einschränkungen für Frauen erschweren nach Einschätzung des UNDP zusätzlich die wirtschaftliche Erholung.

Auswirkungen auf Schweizer Asylpolitik

Afghanistan ist seit 2021 das wichtigste Herkunftsland von Asylsuchenden in der Schweiz. Die Entwicklung in Afghanistan wirkt sich direkt auf die Schweizer Asylpolitik aus. Seit Juli 2023 berücksichtigt das Staatssekretariat für Migration (SEM) bei Afghaninnen die diskriminierende Gesetzgebung und religiös motivierte Verfolgung: Frauen und Mädchen können deshalb als Flüchtlinge anerkannt werden, wobei jeder Fall einzeln geprüft wird.

Für bestimmte afghanische Männer wurde die Schweizer Wegweisungspraxis dagegen gelockert. Das SEM hält den Vollzug der Wegweisung bei volljährigen, gesunden Männern unter bestimmten Voraussetzungen wieder für zumutbar, etwa wenn sie in Afghanistan über ein stabiles Beziehungsnetz verfügen.

Aussenminister Ignazio Cassis informiert am 16. August 2021 über die Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban.

Aussenminister Ignazio Cassis informiert am 16. August 2021 über die Lage in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban.

KEYSTONE

Relevant für die Schweiz ist auch der wachsende Rückkehrdruck in Iran und Pakistan. Viele afghanische Asylsuchende haben zuvor jahrelang in Nachbarstaaten gelebt. Laut SEM hat der zunehmende Druck auf Afghaninnen und Afghanen dort seit 2021 auch die Migration Richtung Europa und Schweiz verstärkt.

Vor Ort ist die Schweiz wieder präsent: Seit März 2025 betreibt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ein Büro in Kabul. Das humanitäre Programm verfügt über ein Jahresbudget von 25 Millionen Franken und unterstützt unter anderem Ernährungssicherheit sowie Frauen und Mädchen.

Wohin geht Afghanistan?

Anzeichen für eine Lockerung der Frauenpolitik gibt es bislang kaum. UN Women stellte bereits 2025 fest, dass kein einziges der gegen Frauen und Mädchen gerichteten Dekrete aufgehoben worden sei. Einschränkungen, die anfangs teils als vorübergehend dargestellt wurden, seien inzwischen zur Norm geworden und würden systematischer durchgesetzt.

Mehrere Staaten haben ihre Kontakte zu den Taliban ausgebaut. Russland erkannte sie 2025 als erstes und bislang einziges Land offiziell an. Andere Staaten unterhalten diplomatische Kontakte und verhandeln mit den Taliban etwa über Handel, Sicherheit und Rückführungen. Die Uno unterscheidet dabei zwischen Dialog und Anerkennung: Kontakte mit den Machthabern bedeuteten keine Normalisierung oder Legitimierung ihrer Regierung.

Trotz der Einschränkungen unterstützt Unesco alternative Bildungsangebote für Mädchen und Frauen. Afghanische Frauenrechtlerinnen treiben die Forderung auf internationaler Ebene voran, «Gender-Apartheid» als Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Völkerrecht zu verankern. Über eine entsprechende Aufnahme wird derzeit im Rahmen eines neuen UNO-Abkommens zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelt.