Sohn dient seit Monaten auf angeschlagenem Flugzeugträger – Vater droht Abschiebung


Von US-Grenzschutzbeamten verhaftet

Joshua Aviles (r.) mit seinem Vater Luis Manuel Aviles im Oktober 2025, kurz bevor Joshua an Bord des Flugzeugträgers «USS Abraham Lincoln» in den Nahen Osten aufbrach.

Keystone/Katherine Delgado via the AP

Er ist seit 19 Jahren in den USA, sein Sohn schon im neunten Monat auf einem Flugzeugträger eingesetzt. Der Vater hofft, ihn bald endlich wieder in die Arme schliessen zu können. Aber da nimmt ihn die Grenzpolizei fest.

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Heute um 06:19Heute um 06:30

Darum geht’s

  • Die USS «Abraham Lincoln» befindet sich seit November 2025 im Einsatz und wurde wegen des Iran-Kriegs ins Arabische Meer umgeleitet.
  • Familien berichten von katastrophalen Zuständen an Bord und schweren psychischen Krisen unter den Matrosen.
  • Der Matrose Joshua Aviles war an Bord des angeschlagenen Flugzeugträgers auf dem Heimweg aus dem Nahen Osten, als er erfuhr, dass sein Vater von US-Grenzschutzbeamten festgenommen worden war.
Zusammenfassung erstellt mitmyAi

Als Luis Manuel Aviles von US-Grenzschutzbeamten festgenommen wurde, war sein Sohn schon in seinem neunten Monat als Marinesoldat auf See. Er dient auf dem Flugzeugträger «USS Abraham Lincoln», der kürzlich den Rekord für die längste ununterbrochene Zeit eines US-Militärschiffes auf See aufstellte – eine Dauer, die Berichten zufolge Versorgungsengpässe ausgelöst und sich auf die psychische Gesundheit der Soldaten ausgewirkt hat.

Der 48-jährige Luis Manuel Aviles aus Nicaragua wurde in Gewahrsam genommen, nachdem er sein Haus verlassen hatte, um sein Auto zur Werkstatt zu bringen, wie seine Frau Argelia Aviles schildert. Nach ihren Angaben besitzt ihr Mann, ein Handwerker in Key West in Florida, eine US-Arbeitserlaubnis und lebt schon seit 19 Jahren in den USA. «Er widmet sich ausschliesslich der Arbeit, damit er zu Hause für Essen sorgen kann. Er ist ein guter Vater. Er liebt seine Kinder von ganzem Herzen», sagt die 47-jährige Argelia.

Schutz für Militärfamilien wird zurückgefahren

Die Festnahme erfolgt zu einer Zeit, in der die Trump-Regierung den Einwanderungsschutz für Militärfamilien zurückfährt, um ihre Agenda der Massenabschiebungen voranzutreiben. Im Zuge der Verschärfungen sind bereits Dutzende Eltern und Ehepartner von aktiven US-Soldaten in Gewahrsam genommen worden.

Mindestens sechs Familienangehörige wurden abgeschoben, und ein weiterer reiste freiwillig aus, wie die Nachrichtenagentur AP bei eigenen Nachforschungen feststellte. Die Regierung selbst führt keine Statistiken über derartige Fälle von Inhaftierungen.

Regierung verfolgt Abschiebung von Aviles

Die Regierung und das Militär preisen den Einwanderungsschutz für Militärfamilien als eine besondere Vergünstigung an. Die sogenannte «Military Parole-in-Place» (etwa «militärische Bewährung vor Ort») ermöglichte es Ehepartnern, Kindern und Eltern von aktiven Soldaten und Veteranen, einen legalen Einwanderungsstatus zu erhalten, nachdem sie bereits ins Land gekommen sind. Aber es gibt Ausnahmen. Leute, die ihre Visa überzogen oder schon an der Grenze einen legalen Status beantragt haben, haben beispielsweise keinen Anspruch auf die Vergünstigung.

Das Heimatschutzministerium wirft Aviles vor, illegal in die USA gekommen zu sein und bestätigte, dass Grenzschutzbeamte ihn am vergangenen Samstag festgenommen hätten. Er werde im Gewahrsam der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE bleiben, während die Regierung seine Abschiebung anstrebe, hiess es in einer Erklärung am Sonntag weiter. «Ein Familienmitglied beim Militär zu haben, ist kein Freifahrtschein, um gegen die Gesetze unseres Landes zu verstossen.»

«Es bricht mir das Herz»

Aviles’ Sohn Joshua erfuhr in einem Anruf am Samstag von der Inhaftierung seines Vaters und wies danach in einem Facebook-Beitrag darauf hin, dass er seit mehr als 250 Tagen ohne Unterbrechung Zwölfstundenschichten auf der «Lincoln» absolviert habe, die im Nahen Osten im Einsatz ist. Er befinde sich weiterhin auf dem Flugzeugträger, «im Kampf für ein Land, das mir alles gegeben hat».

Die Festnahme seines Vaters breche ihm das Herz, fuhr der junge Mann fort. «Ich weiss nicht, wie ich psychisch weiterhin mehr als zwölf Stunden am Tag arbeiten soll, in dem Wissen, dass mein Vater irgendwo ist und möglicherweise wie ein Krimineller behandelt wird.»

Nicht genug zu essen an Bord?

Joshuas Schwester Catherine Delgado sagt, ihr Bruder sei unter anderem zum Militär gegangen, weil er glaubte, dies würde die Chancen seines Vaters auf die US-Staatsbürgerschaft verbessern, damit dieser «nicht länger in Angst vor einer Verhaftung leben» müsse. Die lange Trennung von Joshua, den sie als ihren «besten Freund» bezeichnet, sei verheerend für sie.

«Ich habe Wochen damit verbracht, ohne zu wissen, wo er war», schildert die 28-Jährige. Als sie endlich von ihm hörte und erfuhr, dass er nicht genug zu essen bekomme, habe sie Hunderte Dollar ausgegeben, um ihm Care-Pakete zu schicken – von denen einige nie angekommen seien. Der lange Zeitraum auf See soll unter anderem zu einer Knappheit an Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln geführt haben.

«Er wollte seinen Sohn umarmen»

Das Pentagon hat mittlerweile alle Anfragen an die Marine verwiesen, die aber am Sonntag zunächst nicht auf ein AP-Ersuchen um eine Stellungnahme reagierte. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte zuvor erklärt, die Zustände an Bord der «Lincoln» würden «völlig falsch dargestellt».

Nach jüngsten Berichten soll der Flugzeugträger jetzt bald durch einen anderen abgelöst werden und mit der Besatzung heimkehren können. Ihr Mann sei ganz aufgeregt gewesen, als er davon gehört habe, sagt Argelia, Luis Aviles’ Frau. «Er wollte seinen Sohn umarmen, da er ihn seit neun Monaten nicht gesehen hatte.»

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Das Staatsfernsehen hat ein Video über Donald Trumps Sohn Barron gesendet, das sein Bewegungsprofil nachzeichnet. Angeblich wurde ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen ausgelobt.


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